in 14 Fächer zerlegbares Fass aus Silber und Gold
© SKD, Foto: Pykado
Ab 30. Mai 2020 sind folgende Museen im Residenzschloss täglich (außer dienstags) von 11 bis 17 Uhr geöffnet: Historisches und Neues Grünes Gewölbe, Riesensaal, Paraderäume und das Porzellankabinett im Turmzimmer sowie Türckische Cammer.

Zerlegt und Aufgedeckt. Silberne Trinkspiele mit Perlmutter

Phantasie und Handwerkskunst der Goldschmiede kannten in der Spätrenaissance keine Grenzen. Die aus ihren Werkstätten hervorgegangenen Trinkgefäße versetzen den Betrachter noch heute in Erstaunen. Die Sonderausstellung „Zerlegt und Aufgedeckt. Silberne Trinkspiele mit Perlmutter“ nimmt die trinkfreudige höfische Tafelkultur in den Blick.

  • Laufzeit 01.09.2016—21.11.2016

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Das Grüne Gewölbe in Dresden besitzt heute die weltweit größte Sammlung indischer Perlmutterarbeiten und deren europäische Adaptionen. Im Neuen Grünen Gewölbe sowie im Historischen Grünen Gewölbe, das vor zehn Jahren eröffnet wurde, sind die Kunstwerke in ihrem Glanz zu erleben.

in 14 Fächer zerlegbares Fass aus Silber und Gold
© SKD, Foto: Pykado
Martin Borisch, Fass mit 14 Bechern, 1657 Dresden

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Für die Schau werden insgesamt sechs dieser Objekte aus den beiden Dauerausstellungen in Einzelteile zerlegt und ausgestellt. So enthüllen die ausgewählten Silbergefäße ihr überraschendes Innenleben, geben Aufschluss über ihre ursprüngliche Funktion und die Perfektion der handwerklichen Arbeit. Im Zuge der laufenden Restaurierungsarbeiten wurde bisher Verborgenes auf dem großen indischen Perlmutterbecken entdeckt. Jahrhunderte lang verdeckte und vom Licht geschützte farbenprächtige Lackmalereien können erstmalig und nur für die begrenzte Zeit der Ausstellung gezeigt werden.

Obwohl Trinkgelage seit der Antike zelebriert wurden, brachte gerade das 16. Jahrhundert, das als eine Periode besonders exzessiven Alkoholgenusses gilt, skurrile Trinkgefäße, wie beispielsweise den feisten Weingott Bacchus auf einem Fass reitend hervor. Dabei war die Verwendung seltener Materialien wie die Gehäuse der im Pazifik und Indischen Ozean beheimateten Turbanschnecken und Nautili besonders beliebt. Diese gelangten durch portugiesische Händler auf den europäischen Markt und wurden mit opulenten Silberfassungen versehen. Die so entstandenen kostbaren Kunstwerke entsprachen den Vorlieben der sächsischen Kurfürsten und spiegeln den komplexen Sammlungsgedanken der Kunstkammer jener Zeit.

Die Ausstellung geht aus einem laufenden Forschungsprojekt zu den Goldschmiedearbeiten des Grünen Gewölbes hervor, das von der Fritz Thyssen Stiftung und den Freunden des Grünen Gewölbes e. V. finanziert wird. 

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