Rebecca Horn, Silver Crane, 1984
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank

Blickwechsel

Rebecca Horn und die Hutaigrette aus der Achatgarnitur

Kaum ein Ort scheint für die Präsentation von Rebecca Horns (*1944) „Silver Crane“ passender als das Grüne Gewölbe, in dem die kostbaren Preziosen des sächsischen Hofes seine Betrachter*innen ins Staunen versetzen. Das zeitgenössische Kunstwerk vollzieht mit einem sich langsam entfaltenden und wieder verschwindenden Federkreis ein rätselhaftes Ritual der Prachtentfaltung.

  • Laufzeit 03.11.2021—16.05.2022
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Dienstag geschlossen  (Historisches Grünes Gewölbe)
    täglich 10—17 Uhr, Dienstag geschlossen  (Neues Grünes Gewölbe)
  • Eintrittspreise regulär 14 €, ermäßigt 10,50 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 12,50 €
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Bild

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank
Rebecca Horn, Silver Crane, 1984 Schenkung Sammlung Hoffmann

Dass die auf Aluminiumstäbe

Dass die auf Aluminiumstäbe aufgesetzten Kranichfedern durch eine präzise Technik in Bewegung versetzt werden, tut der poetischen Wirkung dabei keinen Abbruch und ist charakteristisch für Horns kinetische Skulpturen, die als Maschinen stets wahrnehmbar bleiben.

Im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes

Im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes wird das Kunstwerk einer historischen Hutzier aus der Schatzkammer Augusts des Starken gegenübergestellt, die die Feder als Sinnbild von Zierde und Eleganz in ganz ähnlicher Weise ins Zentrum rückt. Das hoch aufragende barocke Schmuckstück wirkt mit den effektvoll drapierten Reiherfedern und den dazu kontrastierenden Federn aus Gold und Diamanten außerordentlich filigran und dekorativ. Die Tatsache, dass es im Zeremoniell allein dem Herrscher erlaubt war, seinen Hut aufzubehalten und der kostbare Hutschmuck gewissermaßen die Krone ersetzte, verweist auf ein Phänomen, das beide Werke gleichermaßen veranschaulichen: Die ästhetische Selbstdarstellung, die – von dem hier naheliegenden Balztanz der Vögel über die Blütenentwicklung der Flora bis zu den durch menschliche Kulturen hervorgebrachten Prunkstücken – nahezu allen Lebensformen eingeschrieben ist: Was auf den ersten Blick als Ausdruck reiner Schönheit und Selbstzweck erscheint, ist auf den zweiten nicht von Repräsentation als Machtdemonstration zu trennen.

© Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dirk Weber
Hutaigrette der Achatgarnitur mit historischen Reiherfedern aus dem 19. Jahrhundert, Johann Melchior Dinglinger Dresden, vor 1719

Die Familie Hoffmann

Die Familie Hoffmann schenkte im März 2018 den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst, die rund 1200 Werke umfasst. Ein Anliegen der Schenkung ist es, Werke aus der Sammlung mit den Objekten der unterschiedlichen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einen Dialog treten zu lassen und dadurch für die heutigen wie die historischen Exponate andere Betrachtungsweisen und Bedeutungsebenen zu öffnen.

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